Am 30. Januar 2026 wurde in Berlin ein Gesetz verabschiedet, das das Potenzial hat, den deutschen Immobilienmarkt grundlegend zu verändern und trotzdem spricht kaum jemand darüber. Das sogenannte Standortförderungsgesetz ermöglicht es offenen Immobilienfonds erstmals, Milliardenbeträge in erneuerbare Energien zu investieren.
Die Zahl dahinter ist beeindruckend: Rund 19 Milliarden Euro könnten kurzfristig in Solarparks, Windkraftanlagen und Ladeinfrastruktur fließen. Doch was bedeutet das konkret für Investoren, Immobilienbesitzer und Projektentwickler? Und warum kommt dieses Gesetz genau jetzt?
Was das Standortförderungsgesetz wirklich verändert
Bisher war es für offene Immobilienfonds praktisch unmöglich, in erneuerbare Energien zu investieren, zumindest ohne steuerliche Nachteile. Der Grund: Das deutsche Steuerrecht setzte enge Grenzen. Wer als Fonds beispielsweise einen Solarpark kaufte, riskierte seinen steuerlichen Status.
Mit dem neuen Gesetz ändert sich das grundlegend:
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Offene Immobilienfonds dürfen nun bis zu 15 % ihres Vermögens in erneuerbare Energien investieren
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Dazu zählen Solarparks, Windkraftanlagen und Ladeinfrastruktur
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Investitionen sind steuerlich abgesichert
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Energie kann direkt an Mieter verkauft werden (Stichwort: Mieterstrom)
Das klingt zunächst technisch, ist aber in Wahrheit ein Paradigmenwechsel für die gesamte Branche.
Warum genau jetzt? Die Krise der offenen Immobilienfonds

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Offene Immobilienfonds stecken aktuell in einer tiefen Krise:
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Milliardenabflüsse seit 2023
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Sinkende oder stagnierende Renditen
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Vertrauensverlust bei Anlegern
Eine Anlageklasse, die jahrzehntelang als stabil galt, steht plötzlich unter Druck. Viele Fonds kämpfen gleichzeitig mit zwei Problemen:
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Liquidität sichern (um Rückgaben zu bedienen)
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Neue Renditequellen erschließen
Genau hier setzt das Standortförderungsgesetz an.
Erneuerbare Energien als neue Renditequelle
Investitionen in erneuerbare Energien bieten gleich mehrere Vorteile:
Planbare Cashflows
Langfristige Stromabnahmeverträge und Einspeisevergütungen sorgen für stabile Einnahmen, oft über 20 Jahre.
ESG-Argumente
Nachhaltigkeit ist längst ein entscheidender Faktor für institutionelle Investoren. Fonds, die in grüne Energie investieren, verbessern ihre Position deutlich.
Neue Geschäftsmodelle
Mit Mieterstrommodellen können Fonds Strom direkt an ihre Mieter verkaufen, ein zusätzlicher Einnahmestrom.
Das macht erneuerbare Energien besonders attraktiv für eine Branche, die dringend neue Perspektiven braucht.
19 Milliarden Euro: Wie realistisch ist das?
Die Rechnung ist simpel: Das Gesamtvolumen offener Immobilienfonds in Deutschland liegt bei rund 120 Milliarden Euro. 15 % davon ergeben etwa 18 bis 19 Milliarden Euro.
Einige große Marktteilnehmer haben bereits reagiert. So plant Commerz Real, in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in erneuerbare Energien umzuschichten.
Das zeigt: Die Bewegung hat bereits begonnen.
Die Risiken, über die kaum jemand spricht
So viel Potenzial, aber keine Risiken? Doch, und sie sind entscheidend.
1. Fehlende Kompetenz
Immobilien zu managen ist etwas völlig anderes als Energieprojekte zu betreiben. Viele Fonds haben schlicht nicht die Erfahrung in diesem Bereich. Fehleinschätzungen können hier schnell teuer werden.
2. Bürokratie bleibt ein Problem
Auch wenn das Gesetz Investitionen erleichtert, bringt es neue regulatorische Anforderungen mit sich. Dokumentations- und Meldepflichten könnten Projekte verlangsamen.
3. Schwankende Energiepreise
Die Einnahmen aus Energieprojekten sind stabiler als viele Immobilienrenditen, aber nicht risikofrei. Strompreise unterliegen weiterhin Marktbewegungen.
Was bedeutet das für Immobilien-Investoren?

Das Gesetz eröffnet neue Chancen, aber nur für diejenigen, die es richtig nutzen.
Für Fondsmanager
Jetzt ist Geschwindigkeit entscheidend. Wer früh in erneuerbare Energien investiert, sichert sich Wettbewerbsvorteile. Kooperationen mit erfahrenen Partnern sind dabei oft der Schlüssel.
Für Bestandshalter
Mieterstrommodelle werden attraktiver denn je. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach kann:
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Nebenkosten senken
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die Attraktivität der Immobilie erhöhen
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zusätzliche Einnahmen generieren
Für Projektentwickler
Es entsteht eine neue Käufergruppe mit enormem Kapitalbedarf. Fonds suchen aktiv nach Projekten im Bereich erneuerbare Energien.
Das eröffnet neue Geschäftsmodelle jenseits klassischer Immobilienentwicklung.
Fazit: Gamechanger oder überschätztes Gesetz?
Das Standortförderungsgesetz ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein struktureller Eingriff in den Markt.
Es verbindet zwei Welten:
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Immobilien
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Energie
Und genau darin liegt seine Stärke.
In den nächsten Jahren wird sich zeigen, welche Marktteilnehmer diese Chance nutzen und welche den Anschluss verlieren.
Eines ist jedoch jetzt schon klar:
Dieses Gesetz wird die Spielregeln verändern.